Die Systemische Therapie ist ein Psycho-therapieverfahren, das in Deutschland seit Ende 2008 vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als wissenschaftlich anerkannt eingestuft und als „wirksames und kostengünstiges Psychotherapieverfahren mit sehr guten Langzeiteffekten" charakterisiert (vgl.: www.wbpsychotherapie.de) wurde. In anderen europäischen Ländern, wie der Schweiz und Österreich, ist sie bereits seit 1993 anerkannt.

Ein wesentlicher Unterschied zu den traditionellen Psychotherapieverfahren, die vorwiegend in Form von Störungsbildern operationalisieren, ist der, dass systemische Therapie diese Kategorisierungen zwar kennt, jedoch vorzugsweise von Problemen, statt von Störungen spricht.

Allein das Wort „Problem" transportiert das Wissen um Lösungsmöglichkeit(en). 

Systemiker*innen deuten etwas problematisches als ein Geschehen, an dem viele verschiedene miteinander interagierende Menschen beteiligt sind. 

Zumal die Identität des Einzelnen sozial bedingt und in Wechselwirkung zur Umwelt ausgebildet wird.

Ein Problem ist also nie etwas, das eine Person einfach "hat"; vielmehr konnte es durch viele Wirkfaktoren entstehen, wie Einfluss von Menschen, Sozialisation, falsche Glaubenssätze, Schicksalsschläge, überholte Schutzmechanismen, kollektive Vorstellungen von Geschlechterrollen, Traumata etc.

Die systemische Betrachtung dessen, was du mitbringst, ist somit eine möglichst ganzheitliche Betrachtungsweise, die dir dabei helfen soll, dich selbst (und andere) besser zu verstehen; parallel dazu (re)aktivieren wir deine Ressourcen, um Versagensgefühle, Schuldgefühle oder Gefühle von Ohnmacht zu betrachten und zu wandeln.

Schritt für Schritt ist es so möglich wieder eine Haltung zu entwickeln, die es dir ermöglicht eine Übereinstimmung von Gefühl und Verstand zu erfahren. Das erfreuliche Nebenprodukt dessen sollte eine gesteigerte Lebensqualität sein.

Du wirst womöglich feststellen, dass die Lösung deines Problems letztlich gar nichts mit dem Problem zu tun hat.

Systemische Interventionen zielen darauf ab Klientinnen und Klienten in einer liebevollen Selbstbeobachtung zu unterstützen, sie zu ermutigen, den eigenen Anteil an Kommunikationsprozessen zu erkennen und zu einer Haltung zu gelangen, in der sie sich wieder wohl in der eigenen Haut fühlen.